Spielmannszug Heimatklänge Stadt Waltrop e.V.

Instrumente und Ausbildung

 

 

Der Spielmannszug Heimatklänge Stadt Waltrop e.V. verfügt über ein vielseitiges Instrumentarium und ist ständig dabei seinen Klangkörper zu verbessern. Hauptsächlich wird bei uns an den klassischen Spielmannsinstrumenten ausgebildet.

Folgende Instrumente kommen bei uns zum Einsatz:

 

Die Flöten:

 

Die Sopranflöte: 

Mit der Sopranflöte der Firma Sandner – auch Zauberflöte genannt – kommt zunächst jeder in Berührung, der bei uns anfängt Flöte zu spielen. Aufgrund ihrer Größe ist sie insbesondere für Kids am Besten geeignet. Auch die Tonerzeugung fällt den Anfängern auf der Sopranflöte am einfachsten.

Die Sopranflöte ist ca. 30 cm lang. Durch diesen relativ kurzen Resonanzraum bekommt die Flöte ihren charakteristischen, hohen Klang. Zwecks Zusammenspiels beim Ausmarsch mit Blaskapellen, kommen bei uns nur Ces-Flöten zum Einsatz.

I. Sopranstimme:

In der traditionellen Marschmusik spielt die 1. Sopranflöte überwiegend die Melodiestimme. Jeder Neuanfänger lernt zunächst die 1. Sopranstimme.

II. Sopranstimme:

Die 2. Sopranstimme spielt dasselbe Instrument wie die 1. Sopranflöte. Der einzige Unterschied zur 1. Stimme ergibt sich aus den Noten. So unterstützt die 2. Stimme häufig die 1. Stimme in der Melodie, allerdings in einer anderen Tonlage. Dadurch ergibt sich ein harmonisch voller Klang. Häufiger als die 1. Stimme übernimmt die 2. Stimme auch mal die rhythmische Begleitung.

III. Sopranstimme:

Die 3. Sopranstimme spielt, wie der Name schon besagt, ebenfalls dasselbe Instrument. Die Stimme sorgt dafür, dass bei Melodie Passagen der Akkord gefüllt wird und so ein tiefer, warmer Klang entsteht. Sie ist nicht bei allen Musikstücken besetzt - die Musiker unterstützen in dem fall die 2. Sopranstimme.

 

Altflöte:

 

Die Altflöte funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der Sopranflöte und hat die gleiche Griffweise. Allerdings ergibt sich durch ihren längeren Resonanzraum eine tiefere Grundstimmung. Gestimmt ist die Altflöte daher in Fes. Das Einsatzgebiet der Altflöte ist vielseitig. Neben Gegenstimmen zur Melodie, rhythmischer und harmonischer Begleitung übernimmt die Altstimme, vor allem bei Konzertstücken, gelegentlich auch mal die Melodie. Bei manchen Stücken ist die Altstimme, wie die Sopranstimmen I - III, in bis zu 3 Unterstimmen unterteilt. Bei neueren Musikstücken werden statt der Altflöte auch zunehmend Boehmflöten eingesetzt.



 

Das Schlagzeug:

Die Schlagzeuggruppe verfügt über eine Vielzahl verschiedener Instrumente mit denen verschiedenste Klangbilder ermöglicht werden können. Das bekannteste Klangbild bei Spielmannszügen besteht wohl derzeit, bei den Märschen, aus dem Zusammenspiel von kleiner Trommel, großer Trommel, dem Becken und der Lyra.

Die Kleine Trommel (Snare):

Traditionsgemäß ist die Kleine Trommel das Symbol der Spielleute und jeder Neuanfänger wird zunächst gründlich hierauf Ausgebildet. Im Spielmannszug hat sie jedoch, im Gegensatz zu anderen Musikgruppen, neben der rein rhythmischen Funktion noch Klangfüllende Aufgaben.

 

Die Große Trommel :

Die Bedeutung der Großen Trommel im Spielmannszug liegt nicht allein im rhythmischen, sondern auch im klanglichen Bereich. Sie ist neben den Kesselpauken das einzige Instrument, das tiefe Töne spielen kann. Die Große Trommel ist zwar nicht auf einen bestimmten Ton genau einstimmbar, aber ihr tiefer Klang vermittelt den Eindruck einer größeren Klangfülle. Zudem bestimmt sie das Spieltempo.

 

Die Becken :


Becken werden in der Hand gehalten und paarweise gegeneinander geschlagen. Sie bestehen aus Messing oder Bronze und sind mit Lederriemen zum Halten versehen. Die Becken unterstützen die große Trommel. Becken sind ebenfalls gut für Kids geeignet, da es sie auch in unterschiedlichen Größen gibt.


 

Die Lyra :

Die Lyra, auch Militär-Lyra oder Glockenspiel genannt, ist ein Melodieinstrument der Marschkapellen und ähnelt in seinen äußeren Umrissen der griechischen Lyra. Sie besitzt jedoch statt senkrechten Saiten 25 bis 27 waagerechte Klangplatten aus Metall, die mit einem Hartgummi-, Holz- oder Kunststoff-Schlägel angeschlagen werden.

Die Rahmenenden der Lyra sind rechts und links als Löwenköpfe gearbeitet. Zur Verzierung der Lyra werden an die beiden Rahmenenden bunte Kunsthaarschweife gehängt. Auf dem oberen Endstück der Lyra befindet sich meist ein aufzuschraubender Adler. Speziell für Kinder gibt es Lyraanfertigungen mit dünnerem Rahmen.

Die hohe Stimmung ist sehr durchsetzungsstark und wirkt im Zusammenklang mit Sopranflöten besonders strahlend.

 

Der Schellenbaum :           

Ein Überbleibsel aus der osmanisch- türkischen Tradition der Militärmusik ist, genau wie die Triangel, die Becken, große und kleine Trommel sowie Tamburin, der Schellenbaum. Dieser dient seit gut 200 Jahren der deutschen Militär- und Spielmannsmusik sozusagen als Wahrzeichen. Seine türkische Herkunft erkennt man heute noch am Halbmond, an dem Prunkvolle, Rossschweife angebracht sind, die einstmals das Zeichen der würde des Paschas waren.

Die am Schellenbaum angebrachten Glöcklein erinnern daran, dass der Schellenbaum ursprünglich in der im 17. Jahrhundert als Janitscharenmusik bekannt gewordenen türkischen Militärmusik als Lärm- und Rhythmusinstrument gedient hat; der Lärm sollte den Gegner demoralisieren und in Angst und Schrecken versetzen.

Die heute übliche Form zeigt von oben nach unten den preußischen Adler, der im Schnabel mit einer Kordel das Wappen des Spielmannszuges auf marineblauem Grund darstellt. Es folgt ein reichziselierter Stangenteil, dann der preußische Gardestern, darunter der nach oben gebogene Halbmond. An diesem sind Sterne und kleine klingende Glöckchen angebracht. An den beiden Enden des Halbmondes sind lange Rossschweife- in den Paradefarben rot und weiß angebracht. Den Abschluss unseres Schellenbaumes bildet eine große Glocke, die am unteren ende wiederum kleine klingende Glöckchen und Sterne trägt.

Während die Großglocke in früheren Zeiten den Kopf des Janitscharen-Schellenbaumes bildete und tönend war, ist sie jetzt größer ausgeführt, als dessen Basis. Der Schellenbaum des Spielmannszuges Heimatklänge Stadt Waltrop e.V. wurde im Jahr 1956 angeschafft (siehe Chronik). Er wird bei repräsentativen Auftritten des Spielmannszuges, bei allen Schützenausmärschen und dem Großen Zapfenstreich mitgeführt.

 

Ausbildung

Wir bilden an fast allen oben genannten Instrumenten aus. Ausbildung, Instrumente und später Uniformen werden alle vom Verein gestellt und sind kostenlos. Wir bilden alle aus, die sich für ein Instrument interessieren, von 8 bis 80 Jahren.

An der Querflöte beginnt die Ausbildung allerdings erst an der kleineren Sopranflöte, später, mit mehr Erfahrung, besteht auch die Möglichkeit, die Altflöte als Zweitstimme zu erlernen. Die Ausbildung beginnt damit, wie man die Flöte hält und wie man überhaupt einen Ton hervor bringt. Nebenbei werden auch Kenntnisse im Notenlesen vermittelt, da alle Märsche und Lieder nach Noten gespielt und beigebracht werden. Nachdem die ersten Grundschritte erlent sind, werden leicht zu spielende Lieder einstudiert, wie etwa Happy Birthday. Und so steigert sich der Schwierigkeitsgrad weiter, bis man nach etwa fünf Märschen so weit ist, dass man das erste Mal den Verein auf der Straße begleiten kann.

Die Ausbildung am Schlagzeug ist sehr ähnlich aufgebaut. Das zweite Instrument, was in unserem Verein am häufigsten gespielt wird, ist die kleine Marschtrommel. Die Ausbildung beginnt nicht direkt am großen Instrument, sondern erst einmal mit den Stöcken auf einem Tisch. Denn zuerst muss einmal die Handhabung dieser Stöcker gelernt werden. Es wird vermittelt, wie die Stöcker zu halten sind und was es für verschiedene Schläge gibt. Das neu eingeführte Notensystem wird hierbei ebenfalls erklärt. Auch an der Trommel beginnt man, wie an der Flöte, zunächst mit leichten Liedern und Märschen und steigert sich im Laufe der Zeit zu immer schwereren Stücken. Ebenfalls nach etwa fünf Märschen ist man soweit, auf der Straße mitlaufen zu dürfen. Wie lange es bis dahin dauert hängt davon ab, wie schnell man lernt. In der Regel schafft man es aber in etwas mehr als einem Jahr.

Pauke und Becken als Schlagzeuginstrumente werden ähnlich beigebracht wie das Spielen der Trommel. Sie sind vielleicht etwas einfacher zu erlernen wie eine Flöte, sollten aber bei weitem nicht unterschätzt werden.

Die Lyra-Ausbildung hat viel Ähnlichkeit mit der Ausbildung an der Flöte. Es werde die gleichen Noten gelehrt, die allerdings nicht geblasen, sondern geschlagen werden. Die Ausbildung dauert etwas länger als die an der Trommel oder der Flöte, aber in 2 jahren kann man dieses Instrument schon sehr gut erlernen.

Unsere Ausbilder sind alles erfahrene, sehr nette Spielleute, die motiviert sind, jedem der es wirklich möchte ein Instrument beizubringen. 

Bei Interesse, ein Instrument in unserem Verein zu spielen, melden sie sich jeder Zeit bei uns.